Das W3C Konsortium

W3C steht für das World Wide Web Consortium, das sich aus einem internationalem Team von Experten zusammen setzt und den Wachstum des Web sichern möchte, indem es Protokolle, Standards und Richtlinien für das Internet entwickelt. Das W3C geht davon aus, dass für ein Ausschöpfen des Webpotenzials grundlegende Technologien kompatibel untereineinander und für unterschiedliche Hard- und Software sein müssen. Gleichzeitig soll eine Fragmentierung des Internets vermieden werden, indem das W3C Standards für Web-Sprachen und -Protokolle veröffentlicht.


Die Aktivitäten des Konsortiums gliedern sich in die Bereiche Architektur, Interaktion, Technologie und Gesellschaft und Web Accessibility Initiative. Zu den W3C-Aktivitäten im Architektur-Segment gehören DOM, Internationalisierung, URI, Web Services und XML. DOM ist ein Interface, das von Plattformen und Sprache unabhängig ist, so dass Programme auf Struktur- und Formatvorlagen und Inhalte aus dem Web verändernd zugreifen können. Im Bereich der Internationalisierung geht es um die Sicherstellung der Möglichkeit einer uneingeschränkten Kommunikation zwischen Usern mit unterschiedlichen Sprachen und Schriftsystemen. Uniform Resource Identifier, URIs, liefern den Mechanismus für die Vergabe von Namen und Adressen und verweisen auf Dokumente, Dienste, Ressourcen und Menschen – allem, was im Web verfügbar ist, wird vom URI ein Stempel aufgedrückt und somit wird alles auffindbar. Der Aufgabenbereich Web Services ist erst 2002 aus einer früheren XML-Protocol-Aktivität heraus entstanden und sichert die Interaktivität zwischen Applikationen über das Web. XML ist weiterhin Bestandteil der Aktivitäten von W3C und umfasst die Entwicklung aller Kerntechnologien der „Extensible Markup Language“ (XML), dem Format für alle strukturierten Daten und Dokumente.

Der Bereich Interaktion beinhaltet die Themen XForms, Sprachbasierte Browser, Synchronisiertes Multimedia, Stil, Multimodale Interaktion, Mathematik, HTML, Grafik, Geräteunabhängigkeit und Zusammengesetzte Dokumentformate. Letztere Aufgabe garantiert die Erweiterbarkeit des Web und seiner Technologien, indem Dokument-Technologien zu Formaten kombiniert und spezifiziert werden. Das Thema Geräteunabhängigkeit umfasst die Bemühungen, mit möglichst vielen verschiedenen Geräten, die untereinander kompatibel sind, das Internet-Angebot zu nutzen. Die Qualität der Grafik spielt gerade bei den Endgeräten eine große Rolle und muss immer wieder optimiert werden. Dies gilt auch für die Sprache des Internet: die HyperText Markup Language (HTML). Eine andere Sprache, die sich weniger um Überschriften, Absätze und Links kümmert, ist „MathML“. Dieser Aktions-Bereich von W3C hat ihren Fokus auf mathematischen und wissenschaftlichen Inhalten und deren Kompatibilität. XForms wiederum bietet eine ganz neue Möglichkeit von Web-Formularen, die flexibler, logischer und internationalisierter als herkömmliche Formulartechniken sind. Die „Multimodal Interaction“-Aktivität sorgt sich um die Kompatibilität von Ein- und Ausgabemöglichkeiten verschiedener Geräte, wie Tastatur, Maus, Stift, Stimme oder Keypad. Dazu gehören auch Stylesheets, die für die Optik von Dokumenten oder den Klang von Vertonungen verantwortlich sind. Damit Audio-, Video-, Text- und Grafikdateien auch in Echtzeit präsentiert werden können, konzentriert sich die „Synchronized-Multimedia“-Aktivität auf die Entwicklung einer Technik für solche Multimedia-Präsentationen. Das W3C arbeitet außerdem daran, das Internet so zu erweitern, dass es auf gesprochene Kommandos reagiert und aufgezeichnete oder synthetische Sprache und Musik hören kann.


Die Arbeitsgruppen für Technologie und Gesellschaft sind im Bereich Patentpolitik, Datenschutz, Semantisches Web und XML Schlüssel-Management tätig. Hier geht es einerseits um die Sicherung der W3C-Patentpolitik und den Datenschutz des Users und andererseits um eine Erhöhung der Flexibilität im Umgang mit Daten für die Gesellschaft. Das Semantische Web stellt dabei eine Vision dar, in der Daten nicht nur von Menschen verarbeitet werden können, sondern auch automatisch von Maschinen. Keine Vision hingegen ist das XML Schlüssel-Management, das Usern ermöglicht Schlüsselinformationen aus dem Internet zu beziehen. Die Web-Zugänglichkeits-Initiative kümmert sich schließlich um die Koordination der unterschiedlichen Interessensgruppen und investiert in Ausbildung, Verbreitung, Forschung und Entwicklung. Aus dieser Vielfalt von Aufgaben des W3C resultieren vier Ziele, die wie folgt zusammen gefasst werden können: das Internet für Jeden, das Internet auf allen Geräten, das Internet als größte Datenbank der Welt und das Internet, in dem Verantwortung, Vertrauen und Sicherheit herrscht.

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